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Seitdem es Medikamente gibt, mit deren Hilfe Infizierte Jahrzehnte lang weiterleben können, hat HIV/Aids in den westlichen Ländern einen Teil seines Schreckens verloren. In Afrika jedoch haben nur 28 Prozent der Betroffenen Zugang zu solchen Medikamenten. Die südafrikanische "Treatment Action Campaign" (TAC) kämpft dafür, dass allen Aids-Kranken geholfen wird.
Fünfeinhalb Millionen Menschen sind in Südafrika mit dem HI-Virus infiziert. Tagtäglich sterben 950 Personen an den Folgen von Aids. Und jeden Tag stecken sich 1.500 Menschen neu an. Mehrheitlich sind Frauen betroffen. Häufig haben sie sich in Folge einer Vergewaltigung infiziert.
TAC stärkt das Selbstbewusstsein
Auch Zackie Achmat ist HIV-positiv. Teure Medikamente helfen dem heute 45-Jährigen, die Immunschwäche in Schach zu halten. Sein Freund Simon Nkoli litt ebenfalls an den Symptomen. Doch er konnte sich die Medikamente, die sein Immunsystem gestärkt hätten, nicht leisten. Nkoli starb im November 1998. Bei der Beerdigung schwor sich Zackie Achmat, dass er dafür kämpfen würde, dass alle Patienten die gleichen Chancen auf ihr Leben haben sollten. Zusammen mit Freunden gründete er "Treatment Action Campaign". Inzwischen zählt TAC 14.000 Freiwillige, die sich in 237 lokalen Gruppen organisieren und in 32 der 56 Gesundheitsdistrikte über Prävention und Behandlung unterrichten. Besonders erfolgreich arbeitet die Organisation auf politischer Ebene.
Preise für Medikamente sind gesunken
"Steht auf für unser Leben!" ist für TAC zum Leitmotiv geworden. Maßgeblich hat der "Brot für die Welt"-Partner durch seinen Druck auf die Pharmaindustrie dazu beigetragen, dass die Preise für Medikamente stark von 470 Euro auf 18 Euro gesunken sind. Damit könnte die Regierung mehr Betroffenen die Medikamente bezahlen.
Kehrtwende in Südafrikas Gesundheitspolitik
TAC arbeitet in einem Land, dessen Regierung Aids lange ignorierte. Erst im Oktober 2006 zeichnete sich die Kehrtwende in Südafrikas Gesundheitspolitik ab, als sich die stellvertretende Gesundheitsministerin Nozizwe Madlala-Routledge mit Zackie Achmat und anderen Fachleuten traf. Bis 2011, so lautet nun das Ziel der Regierung, sollen 80 Prozent der Betroffenen Zugang zu Aids-Medikamenten haben.