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Bangladesch

Die "schlimmen Tage" sind gezählt

Khayeruddin sät die neue Reissorte. Seine Familie soll nie mehr hungern. Foto: RDRS/Brot für die Welt

Trotz seiner fruchtbaren landwirtschaftlichen Flächen gehört Bangladesch zu den ärmsten Ländern der Erde.

Der Nordwesten Bangladeschs wird regelmäßig von Naturkatastrophen heimgesucht.

RDRS betreibt im Nordwesten Bangladeschs ein ganzheitliches ländliches Entwicklungsprogramm.

RDRS bietet in vielerorts Landwirtschaftsschulen an. Dort sprechen die Bauern über neue Anbaumethoden.

Khayeruddin ist von der neuen Reissorte begeistert: seine Familie hat endlich das ganze Jahr genug zu essen.

Für Landlosen ist es wichtig, das eigene Grundstück für Obstanbau sowie Kleintierzucht zu verwenden.

Momtaj Begum bekam 2004 einen Kredit von RDRS und konnte Küken, Geflügelfutter und -käfige kaufen.

Heute hat sie neben einem kleinen Gemüsegarten und einer Kuh 50 Legehennen und rund 100 Hühner.

Spenden
Was kostet wieviel?
Reissamen für einen Kleinbauern für ein Jahr
€ 3
Eintägiges Training für 25 Kleinbauern
€ 40
Sämaschine, die an 500-1.000 Kleinbauern verliehen werden kann
€ 100
Ihre Hilfe kommt an.

Jedes Jahr hungern in Bangladesch Millionen von Menschen. Nicht, weil es keine Nahrungsmittel gibt, sondern weil sie keine Arbeit und daher kein Geld haben, sich welche zu kaufen. Eine neue, schnell reifende Reissorte könnte dafür sorgen, dass auch die Landlosen das ganze Jahr über genug zu essen haben.

"Die eigenen Kinder hungern zu sehen: Das ist das Schlimmste", sagt Khayeruddin. Der 45-Jährige lebt mit seiner Frau und seinen drei Söhnen in Kayet Palli, einem kleinen Dorf im Nordwesten Bangladeschs. Er verdient sein Geld als Tagelöhner in der Landwirtschaft. Auf den Feldern der reichen Landbesitzer sät und erntet, drischt und jätet er. Eigenes Land besitzt Khayeruddin nicht.

Aus Verzweiflung aßen sie Blätter und Wurzeln
Bisher kämpfte die Familie jedes Jahr zwischen September und November ums Überleben. "Monga" nennen die Einheimischen diese Jahreszeit, was soviel bedeutet wie "schlimme Tage". Zwar gibt es auch zu dieser Zeit genügend Nahrungsmittel – nur fehlt den Ärmsten der Armen das Geld, sich welche zu kaufen. Denn in den Monaten vor der Reisernte im Dezember gibt es für die Tagelöhner keine Arbeit, daher haben sie auch kein Einkommen. Für Khayeruddin und seine Frau hieß dies: Sie aßen nur noch einmal täglich, an manchen Tagen auch gar nicht, damit sie ihren Söhnen zumindest zwei Mahlzeiten bieten konnten. Manchmal liehen sie sich Reis von den Nachbarn, manchmal aßen sie aus Verzweiflung auch Blätter und Wurzeln von giftigen Pflanzen. Durchfall und Fieber waren die Folge. "Monga war wie ein Fluch", sagt Khayeruddin.

Neue Reissorte ist schon nach 100 Tagen reif
In seinem ländlichen Entwicklungsprogramm bekämpft RDRS gezielt den Hunger. Die Organisation erklärt den Ärmsten der Armen, wie sie ohne großen Aufwand Obst und Gemüse für den Eigenbedarf anbauen können. Sie zeigt ihnen Wege, ihr Einkommen aus der Landwirtschaft durch andere Tätigkeiten aufzubessern – etwa durch das Weben von Teppichen. Und sie testet zusammen mit dem Bengalischen Reisforschungsinstitut (BRRI) eine neue Reissorte, die Monga endgültig den Garaus machen könnte: "Diese Sorte kann bereits nach 100 Tagen geerntet werden, nicht erst nach 150 Tagen, wie dies bei traditionellen Reissorten üblich ist", erklärt M.G. Neogi, Landwirtschaftskoordinator von RDRS. "Dadurch haben die Tagelöhner schon im Oktober wieder Arbeit. Und die Bauern haben mehr Zeit, um zusätzliche Produkte wie Kartoffeln oder Weizen anzubauen."

Zum ersten Mal reicht das Familieneinkommen aus
Khayeruddin ist von der neuen Reissorte begeistert. Nach einer Schulung durch RDRS säte er sie Ende Juni aus – auf einem kleinen Stück Land, das ihm der Besitzer zur Nutzung überlassen hatte. Zwar musste er die Hälfte der Ernte an den Landbesitzer abtreten. Dennoch reicht das Familieneinkommen in diesem Jahr erstmals aus.

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