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Die Finanzkrise hat für die evangelischen Hilfswerke "Brot für die Welt" und die Diakonie Katastrophenhilfe keine Einschnitte in der Arbeit und keinen Substanzverlust zur Folge. Die Direktorin der beiden Werke, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, und der Finanzvorstand des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Teske, entkräfteten entsprechende Sorgen am Rande der Diakonischen Konferenz. Diese befasste sich am Mittwoch, den 22. Oktober 2008, in Hamburg mit der Bankenkrise.
"Wir haben uns nicht auf Spekulationen eingelassen", so Teske. "Wir wollen zwar einen angemessenen Zinsertrag, setzen aber dabei auf sichere und nachhaltige Anlagen, um das Risiko möglichst gering zu halten", fügte er hinzu. "Schließlich tragen wir gegenüber unseren Spenderinnen und Spendern eine hohe Verantwortung." Der Zinsertrag stärke die Arbeit der Diakonie. Dies werde auch weiterhin so bleiben, versicherte er.
Auch Füllkrug-Weitzel wies auf die positiven Effekte der Erwirtschaftung von Zinserträgen für die Arbeit der Hilfswerke und die Hilfe für die Armen hin. Der Effekt der eingesetzten Spenden werde deutlich erhöht. Nach ihren Angaben fließen mehr als 90 Prozent der vom Diakonischen Werk insgesamt erzielten Zinserträge direkt in die Projekte der evangelischen Hilfswerke. Allein 2007 waren dies mehr als sieben Millionen Euro.
Nur geringer Aktienanteil
Der für dieses Jahr erwartete Rückgang des Ertrags wird nach Einschätzung von Teske nicht gravierend ausfallen, weil die Diakonie nur einen geringen Teil ihres Geldes in Aktien angelegt hat. Teske wies darauf hin, dass das in Aktien angelegte Geld nicht verloren sei, weil die Aktien jetzt nicht zu ihrem aktuell niedrigen Wert verkauft werden müssen. Aufgrund der geltenden Bilanzierungsvorschriften müsse jedoch am Jahresende Bilanz gezogen werden. Auch wenn dann ein so genannter Buchverlust ausgewiesen werden müsste, wäre dieser rein fiktiv.
Das Diakonische Werk verwaltet nach eigenen Angaben ein Finanzanlagevolumen von mehr als 120 Millionen Euro, das sicher angelegt ist: 73 Prozent in festverzinslichen Wertpapieren, 13 Prozent in Festgeld und zwei Prozent in Staatsanleihen. Lediglich ein Anteil von zwölf Prozent entfällt auf Aktien und Unternehmensanlagen, was rund 14 Millionen Euro entspricht.
Kottnik: Milliarden der Bundesregierung für Banken nicht bei Armen einsparen
Im Blick auf die aktuelle Finanzkrise hat der Präsident des Diakonischen Werkes, Pfarrer Klaus-Dieter Kottnik, das Finanzpaket der Bundesregierung gewürdigt, aber auch deutliche Anfragen gestellt. Vor der Diakonischen Konferenz warnte er entschieden davor, die für die Banken vorgesehenen Milliarden bei den Armen in Deutschland und weltweit einzusparen.
Kottnik sieht ein Glaubwürdigkeitsproblem der Bundesregierung angesichts eines noch nie da gewesenen Gegensatzes von Arm und Reich in Deutschland. Er forderte die Eliten auf, Verantwortung zu übernehmen für die Gesellschaft. Er kritisierte, dass bislang unter Verweis auf Sparzwänge die Bildungsausgaben nicht ausreichend erhöht wurden.