

Karikatur: Peter Bauer
Volle Regale im Supermarkt täuschen über die jahreszeitlich bedingten Produktionsrhythmen von Lebensmitteln hinweg.
Wir sind daran gewöhnt, alle Gemüsesorten zu jeder Zeit kaufen zu können. Lebens- mittel vom anderen Ende des Erdballs sind so wohlfeil, als wären sie im Nachbarort entstanden. Wozu brauchen wir da noch Erntedank? Das Fest entstammt der bäuerlichen Lebensweise. In den Städten ist genauso wie auf dem Land der Kontakt zur Landwirtschaft selten geworden, weil immer weniger Bauern immer mehr Menschen versorgen. Genauso ist das Wissen darum verschwunden, dass gute Ernten nicht selbstverständlich sind. Die ständige Verfügbarkeit und Fülle von Nahrungsmitteln im Supermarktregal verschleiert oft die Herkunft der Leckereien. Wer denkt beim Kaffeekauf schon an die Kleinbauern im Hochland der Anden. Wer ahnt, das die Shrimps aus dem Kühlregal aus afrikanischen Wasserfarmen stammen, die ganze Küstenlandschaften zerstören. Unser Lebensstandard und Wohlstand basiert oft auf der Arbeit von Menschen in Entwicklungsländern. Da ist es gut, wenn wir durch das Erntedank-Fest daran erinnert werden, dass alle unsere Lebensmittel als Teil der Schöpfung auf Gott zurückzuführen sind. Vielleicht erinnern wir uns dabei auch daran, dass dieser Wohlstand ungleichmäßig verteilt ist. Früher war die Freude über die gute Ernte auch immer Anlass, von dem Überfluss etwas abzugeben. Brot für die Welt hilft mit seinen Projekten dabei, die ungleichmäßige Verteilung von Nahrung auszugleichen. Helfen Sie mit!