| || Kinderaktion erreicht Partner in Papua-Neuguinea > Kinderaktion erreicht Partner in Papua-Neuguinea |
Nicht jedem hat der Dschungelburger aus gekochten Gemüseblättern und Banane zwischen zwei knallgelben Kürbisscheiben geschmeckt. Zumindest in Deutschland bevorzugen die Kinder Pommes und Burger mit Fleisch. Was hier alltägliches Essen ist, ist in Papua-Neuguinea bekannt, doch unerreichbar. Fast-Food-Ketten gibt es nicht. Im Rahmen der Kinderaktion "Zeigt uns eure Welt! Wir essen einen Dschungelburger" zielt die evangelische Hilfsaktion "Brot für die Welt" darauf ab, dass sich die Kinder aus verschiedenen Teilen der Welt kennen lernen.
Von Deutschland aus gesehen liegt Papua-Neuguinea am anderen Ende der Welt. "Am Ende der Welt" würden wir auch sagen, wenn unsere Schule zwei Stunden von zu Hause entfernt wäre. In Rabisap, einem papua-neuguineischen Dorf, müssen die Kinder täglich diesen Fußmarsch zurücklegen. Morgens hin, am Nachmittag zurück. Die Pläne für den Bau einer näheren Schule sind zwar da, das Geld fehlt aber noch.
Um den Kindern hier und dort zu zeigen, wie unterschiedlich Gleichaltrige aufwachsen können, hat "Brot für die Welt" dieses Jahr seine Kinderaktion der pazifischen Insel gewidmet. Die deutschen Kinder aßen Dschungelburger und malten Bilder von allem, was sie den Kindern in Papua-Neuguinea von ihrer Welt zeigen wollten. Häuser, Schulen, Familien, Lieblingsessen, Freizeitbeschäftigungen – all das sind Motive auf den Bildern, die die Kinder in Rabisap jetzt bewundern können. Zwei Kisten voll mit mehreren hundert Zeichnungen sind angekommen. Aufgereiht hängen sie vor der Schule an einer aus Hibiskusblättern gefertigten Schnur. "Vieles, was auf den Bildern dargestellt ist, ist neu für die Kinder. Wir erklären ihnen das dann im Unterricht," sagt Schulleiter Simeon Turang.
An dem Tag, als die gesammelten Bilder überreicht werden, veranstaltet das Dorf ein großes Fest. Trommelmusik erklingt, Kinder verkleiden sich mit ihren stammesüblichen Trachten, Körperbemalung inklusive. Einige Jungen und Mädchen machen sich direkt an ein Antwortbild für Schüler aus Lorch. Wie die deutschen Kinder malen sie die Abdrücke ihrer Hände und Füße auf Leintücher. Es gibt einen Staffellauf und Fußball wird gespielt – Dinge, für die normalerweise nur am Sonntag nach dem Gottesdienst Zeit bleibt. An den anderen Tagen brauchen die Eltern nach der Schule Hilfe im Garten, auf dem Feld oder bei der Hausarbeit. Verständlich also die riesige Freude aller Dorfkinder über den Feiertag außer der Reihe.
Die zweite Phase der Kinderaktion endet am 15. April 2010. Dann wird auch "Das längste Kinderbuch im Dschungel" präsentiert.