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Eigentlich halte ich mir ja solide geografische Grundkenntnisse zugute. Aber Woodlark? Eine 850 qkm große Insel östlich von Neuguinea? Hätten Sie mich vor ein paar Monaten gefragt, hätte ich passen müssen. Dann geriet Woodlark als Notfall auf meinen PC-Bildschirm.
Umweltschützer innerhalb und außerhalb unserer Kirche schlugen Alarm. Auf Woodlark sollten die 600 qkm Regenwald komplett abgeholzt werden - gegen den leidenschaftlichen Widerstand der 6.000 Insulaner. Aus Woodlark sollte eine einzige riesige Palmölplantage werden; eine Investition mit Aussicht auf Super-Rendite im Zeitalter des Agrar-Sprits.
Der Zusammenbruch der Natur und das Ende für die Wirtschaftsweise der Leute von Woodlark ist vorläufig abgewendet. Der Investor beugt sich dem Widerstand der Insulaner und den weltweiten Protesten und zieht zurück. Eine Kirchen-Nachricht, die mir richtig gut tut.
Aber wir dürfen uns die Welt nicht schöner reden, als sie ist. Sage und schreibe 20 Mio Hektar Regenwald sollen allein im benachbarten Indonesien fallen, damit wir Westler noch kurze Zeit länger auf die Tube drücken können wie bisher. Millionen Menschen in Indonesien, die letzten Orang-Utans und ungezählte weniger prominente Mitgeschöpfe würden mit ihrer Existenz zahlen.
Darum werden ich den Leuten in unserer Gemeinde, die sich an den Protesten beteiligt haben, vom Teilerfolg in Woodlark erzählen. Aber das muss dann Mut machen für den nächsten Schritt.
von Michael Walter