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Brot für die Welt

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niemand is(s)t für sich allein
2. Ökumenischer Kirchentag in München

Podiumsdiskussion: Immer mehr müssen hungern

Dr. Tolbert Jallah stellte auf dem Podium ein Beispiel vor, das Mut macht. Foto: Christoph Knackhardt

Valerie Browning berichtete über die Lebensbedingungen von Hirtennomaden in Äthiopien. Foto: Christoph Krackhardt

Ihr Leid wird oft vergessen: Millionen Menschen weltweit hungern. Bei einer Podiumsdiskussion mit 150 Zuhörern unter dem Motto "Niemand isst für sich allein" von "Brot für die Welt" auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München ist das deutlich geworden. Die Experten auf dem Podium sehen auch die reichen Staaten in der Pflicht, etwas gegen den Hunger zu tun. Eine Forderung: Die betroffenen Länder müssen sich vor der Einfuhr billiger Nahrungsmittel schützen dürfen, damit die Landwirtschaft im Land wieder wachsen und die Menschen ernähren kann.

Dr. Tolbert Jallah, Generalsekretär des westafrikanischen Kirchenrats, der Bischof der württembergischen Landeskirche Dr. Frank Otfried July und Prof. Johannes Wallacher analysierten die weltweite Lage. July machte deutlich, dass mehr Geld eingesetzt werden müsse, um die Agrarproduktion von Hirten, Kleinbauern und Fischern zu fördern. Sie seien diejenigen, die oft unter Hunger litten.

Wallacher machte auf die Bedeutung des weltweiten Handels aufmerksam. Immer mehr Entwicklungsländer seien zu Nahrungsmittelimporteuren geworden. Sie müssten nun dazu übergehen, ihre eigene Nahrungsmittelproduktion vor Billigimporten zu schützen. Doch das würden ihnen internationale Geber und Handelsabkommen verbieten. Jallah wies auf eine Kooperation in Westafrika hin, die Mut mache: Über die Grenzen von Religionsgemeinschaften hinweg setzten sich Kirchen gegen Hunger ein.

Die Krankenschwester Valerie Browning berichtete über die Lebensbedingungen der Afar-Hirtennomaden in der Danakil-Wüste in Äthiopien, mit denen sie seit 15 Jahren zusammenarbeitet: "Ihr Überleben in diesem extremen Lebensraum, verbunden mit den Auswirkungen der Finanzkrise und des Klimawandels, ist massiv bedroht." Vielerorts mangele es an Basisgesundheitsversorgung und sanitären Einrichtungen, erklärte die Krankenschwester. Und sie machte deutlich, was das für die Menschen bedeutet: "Fast ein Drittel der Kinder stirbt vor dem fünften Lebensjahr." Dieses Leid werde zunehmend vergessen.

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