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Fairer Handel – was ist das?

Kaffee und andere fair gehandelte Waren werden in Deutschland immer beliebter.

"Der Faire Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair-Handels-Organisationen engagieren sich - gemeinsam mit VerbraucherInnen -  in der Bildungs- und Kampagnenarbeit für die Unterstützung der ProduzentInnen, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels."

Auf diese Definition haben sich die vier internationalen Dachorganisationen des fairen Handels (FLO, IFAT, NEWS! und EFTA; zusammen FINE) geeinigt.

Fairer Handel – Umsetzung
Der Faire Handel konzentriert sich auf Waren, die aus Entwicklungsländern in Industrieländer exportiert werden; verkauft werden fair gehandelte Produkte in Bio- und Weltläden sowie im Lebensmittelhandel, der Gemeinschaftsverpflegung, im Versandhandel und in der Gastronomie. Die Preise für faire Produkte werden hierbei über dem jeweiligen Weltmarktpreis angesetzt. Somit soll den Produzenten ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel ermöglicht werden. Zusätzlich umfasst der höhere Produktpreis das sogenannte "Premium" (auch Entwicklungsaufschlag), eine Zusatzzahlung, die unter anderem für soziale und Gemeinschaftsprojekte verwendet wird.

Fairer Handel – Standards und Siegel
Um die Glaubwürdigkeit des Fairen Handels sicher zu stellen, haben die Akteure des Fairen Handels unterschiedliche Kriterien und Kontrollverfahren entwickelt. Hierfür wurden überprüfbare Standards entwickelt. Um dem Verbraucher zu zeigen, welche Kriterien das jeweilige Produkt erfüllt, werden die Waren mit einem Siegel versehen. Eine wichtige Siegelinitiative im Bereich des fairen Handels ist TransFair, bei der auch "Brot für die Welt" Mitglied ist. Als unabhängige Siegelinitiative handelt TransFair nicht selbst mit Waren, sondern vergibt sein Fair Trade-Siegel für fair gehandelte Produkte auf der Grundlage von Lizenzverträgen. Zu diesen Produkten zählen derzeit Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade, Reis, Honig, Bonbons, Wein, Zucker, Bananen und Orangensaft, aber auch Sportballe, Blumen und Textilien.

Fairer Handel – Neuste Zahlen
Der Markt für fair gehandelte Produkte wächst stetig. 2007 wurden in Deutschland 142 Millionen Euro für Fair Trade-Waren ausgegeben, ca. 32 Millionen mehr als im Vorjahr. Etwa 20 Millionen entfielen dabei auf Umsätze in den Weltläden. Die deutlichen Zuwächse stammen aus dem kommerziellen Handel. Nach dem positiven Ergebnis im ersten Quartal 2008 erwartet TransFair auch für 2008 weitere Zuwächse. 75 % der Fair Trade-Absätze haben inzwischen Bio-Qualität.

Weltweit erbrachten fair-zertifizierte Waren einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro, dies bedeutet ein Plus von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. England und die USA sind die umsatzstärksten Fair Trade-Märkte mit jeweils 700 Millionen Euro Umsatz. Starke Wachstumsmärkte sind neben Deutschland auch Frankreich und die skandinavischen Länder.

Quelle: www.forum-fairer-handel.de

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