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Biofair im Aufwind

Der faire Bananenkonsum nahm im Jahr 2007 um 39 Prozent zu. Foto: Thomas Lohnes

Während der Lebensmitteleinzelhandel über Stagnation klagt, ist der Absatz von Fairtrade- zertifizierten Produkten im Jahr 2007 um 33 Prozent auf 24.000 Tonnen gestiegen. Der faire Kaffeekonsum nahm um 10 Prozent zu, bei Bananen waren es sogar 39 Prozent. Auch die Nachfrage nach Bioprodukten wächst seit einigen Jahren kontinuierlich im zweistelligen Bereich. Inzwischen kaufen 20 Prozent aller Haushalte regelmäßig Biolebensmittel ein. Immerhin rund 5% aller Verbraucher konsumieren regelmäßig fair gehandelte Waren, 19% tun dies immerhin gelegentlich. 74% aller Fairtrade-Produkte stammen inzwischen aus ökologischem Anbau.

Bio aus dem Ausland
Während die Verkaufszahlen von Bioprodukten anziehen, stagnieren die Bioanbauflächen in Deutschland. Ein immer höherer Anteil an Biowaren stammt daher aus dem Ausland. Heute ist China nach Australien und Argentinien der weltweit größte Anbieter von Biofrischeprodukten. Eine  Studie der Universität Cardiff von 2002 zeigt, dass durch die Umstellung auf Öko-Landbau weltweit die Erträge zum Beispiel von Mais, Kartoffeln oder Kaffee langfristig gesichert und sogar gesteigert werden können. Begründet wird dies dadurch, dass der Ökolandbau die Bodenfruchtbarkeit erhöht, etwa durch Gründüngung und Mischkulturanbau, und damit auch die Wasseraufnahme- und Speicherfähigheit der Felder verbessert. Unbestritten hat die Ökolandwirtschaft auch positive Effekte für die Bevölkerung in Entwicklungsländern, etwa durch den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft, ein gesünderes Arbeitsumfeld, ein höheres Einkommen und eine verbesserte Selbstversorgungskapazität.

Faire Arbeitsbedingungen im Ökolandbau?
Allerdings sind die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen großer Firmen nicht unbedingt dadurch besser, dass ökologische Anbauverfahren angewendet werden. In den Entwicklungsländern wird ein großer Anteil der Biowaren für den Export produziert – oft von größeren Firmen, die als Zulieferer von transnationalen Konzernen das Exportgeschäft und die kostspielige Zertifizierung besser bewältigen können. Fraglich ist auch, wie ökologisch nachhaltig Bioprodukte sind, die Tausende von Kilometern zurücklegen mussten, bevor sie auf unseren Esstisch gelangten.

Deutschland ist ein Entwicklungsland
Die hohen Wachstumsraten von biofairen Waren dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihr Anteil an den Ausgaben für Lebensmittel zwar in den letzten Jahren zugenommen hat, aber in Deutschland gesamt gesehen aber nach wie vor gering ist: Der Anteil von Biowaren an den gesamten Lebensmittelausgaben betrug 2007 etwa 3 Prozent, bei fair gehandelten Waren bewegt er sich im Promille-Bereich. Ausnahmen sind Kaffee und Bananen. Der Anteil von fair gehandeltem Kaffee am gesamten Kaffeekonsum konnte u.a. durch die Aktion "Fairer Kaffee in die Kirchen" sowie durch die vom BMZ geförderte Kampagne fair-feels-good seit 2004 von 0,1 auf knapp 1 Prozent gesteigert werden, bei Bananen liegt er unter 2 Prozent.

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