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Brot für die Welt

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niemand is(s)t für sich allein
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Interview mit Dr. Klaus Seitz

Klaus Seitz, Leiter der Abteilung Politik und Kampagnen

„Brot für die Welt“ engagiert sich seit 50 Jahren für die Überwindung des Hungers in der Welt. Mit welchen Herausforderungen sieht sich „Brot für die Welt“ dabei heute konfrontiert?

Dr. Klaus Seitz: Durch die fatale Verknüpfung der Ernährungs- mit den Energie-, Klima- und Finanzkrisen ist in jüngster Zeit die Zahl der Hungernden auf fast eine Milliarde Menschen angewachsen. So schrecklich das auch klingt, Krisen eröffnen immer Chancen, neue Einsichten in die Notwendigkeit eines Kurswechsel zu gewinnen. Herkömmliche Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit reichen nicht mehr aus. Wir alle müssen verstehen, dass wir durch eine Änderung unseres Konsumverhaltens und eine Änderung unserer Agrar- und Handelspolitik zu einer Verbesserung der Lage beitragen könnten. Wir möchten diesen Prozess mit unserer Lobby- und Kampagnenarbeit fördern.

Die Kampagne „Niemand isst für sich allein“ tritt für eine stärkere Förderung der ländlichen Räume ein. Welche Ziele wollen Sie damit erreichen?

Dr. Klaus Seitz: Der Weltagrarbericht zeigt deutlich, dass der Kampf gegen den Hunger nur zu gewinnen ist, wenn die kleinbäuerliche Landwirtschaft wesentlich gestärkt wird. Die Förderung der ländlichen Entwicklung trägt dazu bei, die Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Nahrungsmitteln zu verbessern. Auch die handelspolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen zugunsten der Kleinbauern verändert werden. Auf den lokalen Märkten sind Billigprodukte wie europäisches Milchpulver immer stärker präsent. Außerdem investieren große Unternehmen in den Anbau von Biomasse und Agrarprodukten für die Exportmärkte und verdrängen Kleinbauern und ihre Familien von fruchtbarem Land.

In wieweit können Kampagnen und öffentlichkeitswirksame Maßnahmen Einfluss nehmen?

Dr. Klaus Seitz: Öffentliches Engagement kann großen politischen Druck erzeugen und die Regierungen so an die Einhaltung ihrer Versprechen erinnern. Die Millenniumsentwicklungsziele sind auch von der deutschen Bundesregierung unterschrieben worden. Sie umfassen das Ziel, den Anteil der an Hunger leidenden Menschen zu halbieren. Wir erwarten ein konsequentes Umsetzen in den täglichen politischen Entscheidungen. Nahrung ist ein Menschenrecht. Dafür setzen wir uns mit unserer Kampagne ein.

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